Wenn Sie schon einmal eine hohe Pflanze mit leuchtend violetten Beeren und leuchtend grünen Blättern in Ihrem Garten oder am Straßenrand gesehen haben, kennen Sie wahrscheinlich die Kermesbeere (Phytolacca americana). Sie mag zwar attraktiv aussehen, birgt aber ein gefährliches Geheimnis: Sie ist hochgiftig für Menschen, Haustiere und Vieh.
Was ist Kermesbeere?
Die Kermesbeere ist eine mehrjährige Pflanze aus Nordamerika, die leicht an ihren rötlich-violetten Stängeln, den herabhängenden Trauben dunkler Beeren und den großen grünen Blättern zu erkennen ist. Sie gedeiht oft in gestörten Böden, auf Feldern und sogar in Hausgärten – manchmal ohne dass Hausbesitzer es merken.
Warum ist Kermesbeere gefährlich?
Jeder Teil der Kermesbeere – von den Wurzeln bis zu den Beeren – enthält giftige Verbindungen, die als Saponine und Alkaloide (insbesondere Phytolaccatoxin und Phytolaccigenin) bekannt sind. Diese Substanzen können bei Verschlucken schwere Vergiftungen bei Mensch und Tier verursachen.
Häufige Symptome einer Kermesbeervergiftung sind:
Übelkeit und Erbrechen
Starker Durchfall
Bauchkrämpfe
Atembeschwerden
Niedriger Blutdruck
In extremen Fällen Atemstillstand und Tod
Selbst der Umgang mit der Pflanze ohne Handschuhe kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen.
Das Risiko der Beeren
Auch wenn die dunkelvioletten Beeren verlockend aussehen – insbesondere für Kinder –, sind sie nicht zum Verzehr geeignet. Schon wenige Beeren können bei Kleinkindern schwere Erkrankungen auslösen, größere Mengen können tödlich sein. Vögel scheinen sie jedoch zu tolerieren und tragen oft zur Verbreitung der Samen der Pflanze bei.
So entfernen Sie Kermesbeere sicher
Wenn Sie Kermesbeere in Ihrem Garten finden:
Tragen Sie Schutzhandschuhe und langärmlige Kleidung.
Entfernen Sie die Pflanze, indem Sie die Wurzel ausgraben (sie kann nachwachsen, wenn sie stehen bleibt).
Nicht kompostieren – entsorgen Sie die Pflanze im Müll.
Waschen Sie sich nach dem Umgang gründlich die Hände.
Obwohl Kermesbeere traditionell in kleinen, sorgfältig zubereiteten Mengen für medizinische und kulinarische Zwecke (z. B. als „Poke Sallet“) verwendet wird, ist sie für den gelegentlichen Verzehr nicht sicher. Das Vergiftungsrisiko überwiegt bei weitem den potenziellen Nutzen.