Forscher der McGill University haben einen molekularen Mechanismus entschlüsselt, der den krebsvorbeugenden Effekt von Vitamin D erklärt. Sie konnten zeigen, dass die aktive Form des Vitamins Krebszellen effektiv abtötet. Studien belegen, dass Menschen mit höheren Vitamin-D-Blutwerten eine deutlich längere Lebenserwartung haben als Menschen mit niedrigeren Werten. Die Ergebnisse wurden am 10. April 2024 in den „ Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht .
Das Forschungsteam um die Professoren John White und David Goltzman vom Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät der McGill University entdeckte, dass die aktive Form von Vitamin D über verschiedene Mechanismen die Produktion und Funktion von cMYC hemmt, einem Protein, das die Zellteilung steuert. Erhöhte cMYC-Werte sind bei mehr als der Hälfte aller Krebsarten aktiv.
Diese neue Entdeckung ergänzt die wachsende Forschung zur Rolle von Vitamin D für die Gesundheit und Krankheitsprävention. Frühere Studien belegten einen direkten Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und verschiedenen Krebsarten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dr. Stephen B. Kritchevsky, Professor für Innere Medizin und Transitional Science an der Wake Forest School of Medicine, fand eine signifikante Korrelation zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und erhöhten Gesundheitsrisiken.
Die Forschung von Dr. Kritchevsky ergab, dass ein Drittel der Studienteilnehmer einen Vitamin-D-Mangel (definiert als Blutspiegel <20 ng/ml) aufwies. Dieser Mangel war mit einem Anstieg der Sterblichkeitsrate um fast 50 % bei älteren Erwachsenen verbunden. Er merkte an: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel ein erhebliches Gesundheitsrisiko für ältere Erwachsene in den USA darstellen könnten.“
Vitamin D kann zwar über begrenzte Nahrungsquellen und durch direkte Sonneneinstrahlung in den wärmeren Monaten aufgenommen werden, doch eine unzureichende Zufuhr über die Nahrung und mangelnde Sonneneinstrahlung haben weltweit zu einem weit verbreiteten Vitamin-D-Mangel geführt. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Vitamin D vielfältige physiologische Wirkungen hat und ein Mangel mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten, insbesondere Darmkrebs, sowie für einige Leukämieformen, in Verbindung gebracht wird.
Professor White erklärte: „Seit Jahren widmet sich mein Labor der Erforschung der molekularen Mechanismen von Vitamin D in menschlichen Krebszellen, insbesondere seiner Rolle bei der Hemmung ihrer Vermehrung.“ Das Team fand heraus, dass Vitamin D sowohl die Produktion als auch den Abbau von cMYC reguliert. Noch wichtiger ist die Entdeckung, dass Vitamin D die Produktion von MXD1 fördert, einem natürlichen Antagonisten von cMYC, der die Funktion von cMYC im Wesentlichen unterbindet.
In ihrem Experiment wendeten die Forscher Vitamin D äußerlich bei Mäusen an und beobachteten eine Reduktion des cMYC-Spiegels, was auf eine verminderte cMYC-Aktivität hindeutet. Interessanterweise fanden sie bei Mäusen ohne den spezifischen Vitamin-D-Rezeptor signifikant erhöhte cMYC-Werte in verschiedenen Geweben, darunter Haut und Darmschleimhaut. Dies legt nahe, dass die äußerliche Anwendung von Vitamin D bei der Krebsprävention genauso wirksam sein könnte wie die orale Einnahme.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen das große Potenzial von Vitamin D als Präventionsmittel gegen Krebs und unterstreichen seine Bedeutung für die Gesundheit und die Krankheitsprävention.

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