Wenn eine Gartenpflanze welkt, gelb wird oder Blüten verliert, nehmen viele Menschen an, sie gehe ein und entfernen sie. Meistens fehlt der Pflanze jedoch einfach nur ein Teil der Nährstoffe, die der Boden ihr nicht mehr bieten kann.
Statt teurer chemischer Düngemittel können Sie Ihre Pflanzen mit alltäglichen Küchenabfällen in nur 48 Stunden retten. Aus diesen natürlichen Abfällen lassen sich schnell wirkende Flüssigdünger herstellen, die Ihre Pflanzen genau mit den benötigten Nährstoffen versorgen. Hier sind fünf wirkungsvolle, kostenlose Flüssigdünger, die Sie ganz einfach zu Hause herstellen können.
1. Zwiebelschalentee (Kalium & Stärkung des Immunsystems)
Zwiebelschalen sind reich an Mineralien, die Pflanzen lieben. Sie enthalten außerdem Quercetin, einen natürlichen Stoff, der Pflanzen vor Hitze, Kälte und Krankheiten schützt.
Benötigte Materialien:
- Eine Handvoll trockener, papierartiger Zwiebelschalen
- Ein Glasgefäß
- Kaltes Leitungswasser
Anweisungen:
- Die Zwiebelschalen in das Glas geben und mit kaltem Wasser auffüllen.
- Lassen Sie das Glas 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen.
- Warten Sie, bis das Wasser eine tief bernsteinfarbene Farbe angenommen hat.
Anwendungshinweise:
- Gießen Sie die Flüssigkeit direkt auf die Erde um die Basis der Pflanze herum.
- Die Mischung darf nicht verdünnt werden.
- Verwenden Sie dieses Mittel bei gelben Tomatenpflanzen oder Paprikapflanzen, die keine Früchte mehr tragen.
2. Fermentiertes Reiswasser (Bodenverbesserer)
Anstatt die Pflanze direkt zu düngen, nährt fermentiertes Reiswasser die nützlichen Mikroorganismen im Boden. Sobald sich diese Mikroorganismen vermehren, erleichtern sie den Pflanzenwurzeln die Nährstoffaufnahme erheblich.
Benötigte Materialien:
- Trübes Wasser, das beim Spülen von rohem Reis übrig bleibt
- Ein Einmachglas mit Deckel
Anweisungen:
- Das trübe Reiswasser in das verschlossene Glas geben.
- Lassen Sie es 3 bis 5 Tage bei Zimmertemperatur stehen.
- Warten Sie, bis die Flüssigkeit einen leichten säuerlichen Geruch entwickelt hat. Überspringen Sie diesen Schritt nicht.
Anwendungshinweise:
- Vermischen Sie 1 Teil fermentiertes Reiswasser mit 10 Teilen normalem Wasser.
- Gieße die verdünnte Mischung auf die Erde.
- Wenden Sie es während der gesamten Wachstumsperiode einmal wöchentlich an.
3. Gärreste aus pflanzlichen Abfällen (Stickstoffenergie)
Altes, welkes Gemüse – wie vergessener Salat, angeschlagene Gurken oder weiche Tomaten – ist reich an Stickstoff. Stickstoff ist der am häufigsten fehlende Nährstoff in Hausgärten und unerlässlich für ein gesundes, grünes Blattwachstum.
Benötigte Materialien:
- Alte Gemüsereste
- Ein Eimer
- Ein schwerer Teller
- Wasser
Anweisungen:
- Zerkleinere die Gemüsereste und gib sie in den Eimer.
- Die Küchenabfälle vollständig mit Wasser bedecken.
- Legen Sie den schweren Teller oben drauf, damit alles unter Wasser bleibt.
- Lassen Sie es etwa zwei Wochen stehen, bis das Wasser stark und erdig riecht.
Anwendungshinweise:
- Mischen Sie 1 Teil der Altflüssigkeit mit 30 Teilen frischem Wasser. Diese Flüssigkeit ist sehr konzentriert und muss verdünnt werden.
- Gießen Sie es direkt auf die Erde um die Wurzeln herum.
- Gießen Sie es niemals direkt auf die Blätter, da es die Pflanze verbrennt.
4. Der Küchencocktail (Vollspektrum-Feed)
Fehlen einer Pflanze mehrere Nährstoffe gleichzeitig, reicht eine einzelne Zutat möglicherweise nicht aus. Dieses Rezept kombiniert verschiedene Küchenreste zu einer vollwertigen Mahlzeit für Ihren Garten.
Benötigte Materialien:
- Bananenschalen (liefern Kalium)
- Fein zerstoßene Eierschalen (liefern Kalzium)
- Gebrauchter Kaffeesatz (sorgt für eine langsame Stickstofffreisetzung)
- 1 Esslöffel Bittersalz (liefert Magnesium)
- 1 Esslöffel Melasse (nährt Bakterien und beschleunigt so den Abbauprozess)
- 1 Gallone warmes Wasser
- Ein großer Eimer mit Deckel
Anweisungen:
- Alle Zutaten in den Eimer geben und vermengen.
- Den Eimer abdecken und 3 bis 5 Tage ziehen lassen.
Anwendungshinweise:
- Gieße die Flüssigkeit direkt auf die Erde.
- Nutzen Sie dies, um müden, geschwächten Pflanzen schnell und umfassend zu helfen.
5. Gealterter Misttee (Die traditionelle Rettungsmethode)
Lange vor der Erfindung chemischer Düngemittel nutzten Landwirte Tiermist. Indem man Mist zu einem flüssigen Tee verarbeitet, kann man den Wurzeln auf sichere Weise eine reichhaltige Mischung aus Stickstoff, Phosphor und Spurenelementen zuführen.
Benötigte Materialien:
- Eine Schaufel voll vollständig trockenem, abgelagertem Mist (von Hühnern, Kühen oder Kaninchen). Er muss mindestens sechs Monate alt sein. Verwenden Sie niemals frischen Mist.
- Ein poröser Sack (wie ein alter Kissenbezug oder ein Wäschenetz)
- Ein 5-Gallonen-Eimer Wasser
Anweisungen:
- Den abgelagerten Mist in den porösen Sack geben und diesen fest verschließen.
- Den Sack in den 5-Gallonen-Eimer mit Wasser werfen.
- Lassen Sie es 3 bis 5 Tage ziehen.
Anwendungshinweise:
- Den fertigen Tee mit frischem Wasser verdünnen, bis er wie schwacher Eistee aussieht (etwa 1 Teil Tee auf 10 Teile Wasser).
- Gießen Sie eine Tasse des verdünnten Tees an den Fuß der Pflanze.
- Wenden Sie es am frühen Morgen oder späten Abend an, wenn das Wetter kühl ist.
Durch die Wiederverwendung einfacher Gegenstände aus Küche und Garten können Sie nährstoffreiche Erde schaffen und Ihren Garten die ganze Saison über prächtig gedeihen lassen.