Wie man selbstgemachtes Knochenmehl für den Garten herstellt und verwendet

Wenn Sie Hähnchen, Rippchen oder einen Braten zubereiten, werfen Sie die Knochen meist in den Müll. Dabei stecken diese Knochen voller Nährstoffe, die Ihren Garten bereichern können. Statt sie zu entsorgen, können Sie daraus ganz einfach selbstgemachtes Knochenmehl herstellen.

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Knochenmehl ist genau das, wonach es klingt: gereinigte, getrocknete und zu feinem Pulver zermahlene Tierknochen. Für Bio-Gärtner ist es einer der besten natürlichen Dünger. Die Herstellung zu Hause spart Geld, reduziert Küchenabfälle und gibt Ihren Pflanzen einen enormen Wachstumsschub – ganz ohne synthetische Chemikalien. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, warum dieses Pulver so wirkungsvoll ist, welche Pflanzen es am meisten benötigen und wie Sie es ganz einfach in Ihrer eigenen Küche herstellen können.

Warum Knochenmehl gut für Ihren Garten ist

Pflanzen benötigen unterschiedliche Nährstoffe zum Wachsen. Während Stickstoff das Wachstum grüner Blätter fördert, wirken die Nährstoffe im Knochenmehl gezielt in den unsichtbaren Pflanzenteilen. Die beiden Hauptbestandteile von Knochenmehl sind Phosphor und Kalzium.

Hier erfahren Sie genau, was diese Nährstoffe für Ihren Garten bewirken:

  • Stärkt die Wurzeln: Phosphor ist der Hauptnährstoff für das Wurzelwachstum. Pflanzen mit einem tiefen, kräftigen Wurzelsystem können mehr Wasser aus dem Boden aufnehmen und überstehen heiße, trockene Witterung deutlich besser als Pflanzen mit flachen Wurzeln.
  • Fördert mehr Blüten und Früchte: Wenn Ihre Pflanzen groß und grün sind, aber keine Blüten oder Früchte tragen, fehlt ihnen wahrscheinlich Phosphor. Knochenmehl regt die Pflanze an, ihre Energie vom Blattwachstum auf die Blüte und Fruchtbildung umzuleiten.
  • Beugt Gemüsekrankheiten vor: Kalzium trägt zum Aufbau der Zellwände der Pflanze bei. Eine gleichmäßige Kalziumzufuhr verhindert häufige Probleme wie die Blütenendfäule, die sich als unschöne schwarze, eingesunkene Stelle an der Unterseite von Tomaten und Paprika äußert.
  • Langsame Nährstofffreisetzung: Im Gegensatz zu chemischen Düngemitteln, die schnell vom Regen weggespült werden, zersetzt sich Knochenmehl langsam im Boden. Es versorgt Ihre Pflanzen über mehrere Monate hinweg nach und nach mit Nährstoffen, sodass Sie nicht so oft düngen müssen.
  • Verbessert die Bodengesundheit: Die Zugabe von organischem Material wie Knochenmehl fördert das Wachstum von Regenwürmern und nützlichen Bodenbakterien im Garten. Diese Organismen zersetzen das Knochenmehl und machen den Boden mit der Zeit lockerer und nährstoffreicher.

Welche Pflanzen profitieren am meisten?

Nicht alle Pflanzen benötigen Knochenmehl. Pflanzen, die nur Blätter bilden, wie Salat, Spinat, Kohl oder Rasengras, benötigen keine hohen Phosphormengen. Pflanzen, die unter der Erde wachsen oder schwere Früchte tragen, profitieren jedoch von einer zusätzlichen Düngung mit Knochenmehl.

Verwenden Sie Ihr selbst hergestelltes Knochenmehl für diese Pflanzenarten:

  • Wurzelgemüse: Karotten, Radieschen, Zwiebeln, Knoblauch und Steckrüben benötigen Phosphor, um große, dicke Wurzeln unter der Erde zu entwickeln.
  • Fruchttragende Gemüsesorten: Tomaten, Paprika, Auberginen, Kürbis und Gurken benötigen sowohl Phosphor für eine üppige Blüte als auch Kalzium, um zu verhindern, dass ihre Früchte an der Pflanze verfaulen.
  • Blühende Sträucher: Rosen sind dafür bekannt, dass sie Knochenmehl lieben. Die Zugabe von Knochenmehl zum Boden fördert die Bildung größerer, farbenprächtigerer und zahlreicherer Blüten während der gesamten Saison.
  • Blumenzwiebeln: Tulpen, Narzissen und Lilien profitieren sehr davon, wenn Knochenmehl direkt beim Pflanzen der Zwiebel im Herbst in das Pflanzloch gegeben wird.
  • Obstbäume: Apfel-, Pfirsich- und Zitrusbäume nutzen die langsam freigesetzten Nährstoffe, um dicke, schwere Äste zu unterstützen, die Jahr für Jahr voller Früchte sind.

Wie man selbstgemachtes Knochenmehl herstellt

Knochenmehl selbst herzustellen, erfordert etwas Zeit, ist aber sehr einfach. Hühnerknochen eignen sich am besten, da sie dünn und leicht zu zerbrechen sind. Auch Puten-, Schweine- und Rinderknochen sind geeignet, allerdings erfordern dickere Knochen deutlich mehr Kraftaufwand beim Zerkleinern.

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Befolgen Sie genau diese Schritte, um Ihre Küchenabfälle in Gartendünger zu verwandeln:

  1. Knochen aufbewahren: Legen Sie einen separaten Behälter oder einen stabilen Gefrierbeutel in Ihren Gefrierschrank. Geben Sie alle übrig gebliebenen Knochen vom Kochen hinein. Warten Sie, bis Sie eine größere Menge gesammelt haben, damit sich der Aufwand lohnt.
  2. Knochen vollständig reinigen: Fleisch, Fett, Knorpel und Knochenmark müssen vollständig entfernt werden. Andernfalls riecht das fertige Knochenmehl unangenehm und lockt Schädlinge wie Ratten und Waschbären in den Garten.
  3. Knochen auskochen: Die gesammelten Knochen in einen großen Topf mit Wasser geben und mindestens zwei bis drei Stunden sprudelnd kochen lassen. Durch das lange Kochen schmilzt eventuell vorhandenes Fett und die hartnäckigen Fleischreste lösen sich.
  4. Abschaben und Abspülen: Nehmen Sie die Knochen aus dem kochenden Wasser und lassen Sie sie so weit abkühlen, dass Sie sie anfassen können. Verwenden Sie ein stumpfes Messer, um alle noch anhaftenden Fleisch- oder Gewebereste abzuschaben. Spülen Sie sie gründlich unter warmem Wasser ab, bis sie vollkommen sauber und frei von Fleischresten sind.
  5. Knochen backen: Die sauberen Knochen auf einem Backblech verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C (400 °F) etwa ein bis zwei Stunden backen. Die Knochen sollen vollständig trocken, spröde und leicht gebräunt sein. Das Backen ist der entscheidende Schritt, der die Knochen so zerbrechlich macht, dass sie sich leicht zerdrücken lassen.
  6. Abkühlen lassen und zerteilen: Nehmen Sie die Knochen aus dem Ofen und lassen Sie sie vollständig abkühlen. Sobald sie abgekühlt sind, sollten sie sich leicht in den Händen brechen lassen. Zerteilen Sie sie anschließend in kleinere, mundgerechte Stücke.
  7. Zu Pulver zerkleinern: Geben Sie die Knochensplitter in einen dicken Leinensack oder wickeln Sie sie fest in ein altes, schweres Handtuch. Schlagen Sie kräftig mit einem Hammer oder einem schweren Nudelholz darauf, bis sie zu winzigen Stücken zerkleinert sind. Für ein feineres Pulver können Sie die zerkleinerten Stücke durch eine alte Kaffeemühle oder einen Hochleistungsmixer geben.
  8. Richtige Aufbewahrung: Bewahren Sie Ihr fertiges Knochenmehlpulver in einem luftdichten Glas oder Plastikbehälter an einem kühlen, trockenen Ort auf, bis Sie es im Garten verwenden möchten.

Wie man Knochenmehl im Garten verwendet

Da Knochenmehl ein Langzeitdünger ist, sind Zeitpunkt und Art der Ausbringung wichtig. Das Pulver muss den Boden und die Wurzeln berühren, um effektiv zersetzt zu werden.

Hier sind die besten Anwendungsmöglichkeiten:

  • Beim Pflanzen: Graben Sie vor dem Aussäen von Samen, Blumenzwiebeln oder Jungpflanzen im Frühjahr ein Pflanzloch. Streuen Sie ein bis zwei Esslöffel Knochenmehl direkt in den Boden des Lochs. Mischen Sie es leicht mit der Erde, bevor Sie die Pflanze einsetzen. So gelangt der Phosphor genau dorthin, wo die Wurzeln ihn aufnehmen können.
  • Düngung etablierter Pflanzen: Bei bereits im Boden wachsenden Pflanzen empfiehlt sich die sogenannte Seitendüngung. Streuen Sie zwei bis drei Esslöffel Knochenmehl in einem weiten Kreis um die Basis der Pflanze. Arbeiten Sie das Pulver mit einem kleinen Rechen in die obersten 2,5 cm der Erde ein. Wässern Sie die Stelle anschließend gründlich, damit das Pulver tief in den Boden eindringt.
  • Zugabe zum Kompost: Wenn Sie Ihr selbstgemachtes Knochenmehl nicht direkt auf Ihre Pflanzen geben möchten, können Sie es einfach in Ihren Gartenkomposter geben. Dort zersetzt es sich zusammen mit Ihren anderen Küchenabfällen und reichert den fertigen Kompost mit wertvollen Mineralien an.

Wichtige Sicherheitshinweise zur Verwendung von Knochenmehl

Obwohl es sich um ein völlig natürliches Produkt handelt, gibt es zwei wichtige Sicherheitsregeln, die bei der Herstellung und Verwendung von Knochenmehl beachtet werden sollten.

  • Tragen Sie beim Zerkleinern eine Maske: Beim Zerkleinern der gebrannten Knochen mit einem Hammer entsteht feiner, weißer Staub. Das Einatmen dieses Knochenstaubs kann Lunge und Rachen reizen. Tragen Sie daher beim letzten Zerkleinerungsschritt stets eine einfache Staubmaske und arbeiten Sie in einem gut belüfteten Bereich, beispielsweise in einer offenen Garage oder im Freien.
  • Achtung für Haustiere und Wildtiere: Selbst nach dem Kochen und Backen riecht Knochenmehl für Tiere mit feinem Geruchssinn noch leicht nach tierischem Eiweiß. Hunde, Füchse, Waschbären und Katzen könnten versuchen, Ihre Beete umzugraben, wenn sie das Knochenmehl auf der Erde riechen. Achten Sie daher immer darauf, das Knochenmehl vollständig unter die Erdoberfläche zu mischen. Lassen Sie das Pulver niemals unbedeckt auf der Erde liegen.

Indem Sie sich die Zeit nehmen, Ihre Küchenabfälle zu verarbeiten, können Sie einen kostenlosen, unglaublich wirksamen Dünger herstellen, der für besseren Boden sorgt und Ihren Gartenpflanzen hilft, ihr volles Wachstumspotenzial zu entfalten.

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