Eine Anfängeranleitung zur erfolgreichen Vermehrung von Feigen durch Stecklinge zu Hause

Die Vermehrung von Feigenbäumen durch Stecklinge ist eine der einfachsten und erfolgreichsten Methoden, Ihre Lieblingsfeigensorte zu vermehren. Jeder einzelne Feigenzweig enthält ruhende Wurzelzellen. Schafft man die richtigen Bedingungen, kann man aus einem einfachen Steckling einen neuen Baum ziehen, der genetisch identisch mit seinem Mutterbaum ist.

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Feigen sind zwar robust, doch ihre erfolgreiche Vermehrung hängt von der Einhaltung bestimmter Regeln ab, die Fäulnis verhindern und die Wurzelbildung beschleunigen. Dieser Ratgeber erklärt diese Schritte in leicht verständlichen Anweisungen und konzentriert sich dabei auf praktische Techniken für den Hausgebrauch.

1. Die Auswahl des idealen Schnitts

Die Wahl des Materials ist der erste und wichtigste Schritt. Der Erfolg hängt von der Auswahl gesunden, robusten Holzes ab.

  • Das beste Holz: Wählen Sie Hartholz – das ist Holz, das im Vorjahr gewachsen ist. Es sollte braun oder gräulich sein, kein weiches, grünes Holz.
  • Ideale Dicke: Der Schnitt sollte ungefähr so ​​dick sein wie ein Bleistift oder Ihr kleiner Finger.
  • Die beste Zeit: Stecklinge werden am besten geschnitten, wenn sich der Baum in der Ruhephase befindet (Spätwinter oder sehr früher Frühling), kurz bevor er zum Jahresbeginn erwacht.
  • Keine Blätter: Der Steckling darf keine großen Blätter haben. Blätter verlieren zu viel Feuchtigkeit, wodurch der Steckling austrocknet, bevor er Wurzeln bilden kann. Falls Ihr Steckling Blätter hat, schneiden Sie diese bitte vollständig ab.

2. Vorbereiten und Formen des Zuschnitts

Die Art und Weise, wie Sie Ihren Stock zuschneiden und formen, bestimmt, wo die Wurzeln wachsen und verhindert, dass die Pflanze verwirrt wird.

Was ist ein „Knoten“? Ein Knoten ist eine der kleinen, erhabenen Verdickungen an der Rinde. Er ist das „Gehirn“ des Stammes. Aus diesen Knoten bildet eine Feige entweder Wurzeln (wenn sie im Boden vergraben ist) oder Blätter (wenn sie an der Oberfläche wächst).

  • Schritt 1: Bestimmen Sie Ober- und Unterseite. Damit der Steckling anwächst, muss er aufrecht eingepflanzt werden. Wenn Sie einen Feigenbaum kopfüber einpflanzen, wird er mit ziemlicher Sicherheit eingehen.
  • Schritt 2: Der obere Schnitt. Machen Sie am oberen Ende Ihrer Stecklingsvermehrung einen sauberen, horizontalen (flachen) Schnitt etwa einen halben Zoll oberhalb eines Knotens.
  • Schritt 3: Der untere Schnitt (45°-Winkel). Machen Sie am unteren Ende des Stecklings, direkt unterhalb eines Knotens, einen scharfen, schrägen Schnitt (etwa 45 Grad). Dieser schräge Schnitt vergrößert die Fläche, an der Wurzeln austreten können, und markiert deutlich das untere Ende.
  • Stecklingsgröße: Der ideale Steckling ist 6 bis 10 Zoll lang und sollte mindestens 3 bis 5 Knoten aufweisen.

3. Wurzelbildner und Versiegelung

Mit ein paar zusätzlichen (aber einfachen) Schritten können Sie die Erfolgsaussichten erhöhen.

Wurzelbildungsmittel: Feigen wurzeln sehr leicht, benötigen aber oft Unterstützung, um die ruhenden Zellen zum Bewurzeln anzuregen.

  1. Honig (Gut): Honig besitzt antibakterielle Eigenschaften, die das Stielende gesund halten. Er ist besser als nichts, aber ein schwaches Bewurzelungshormon.
  2. Handelsübliches Bewurzelungshormon (empfohlen): Ein pulverförmiges oder gelartiges Bewurzelungshormon (erhältlich in jedem Gartencenter) ist deutlich wirksamer. Es regt die ruhenden Zellen chemisch an, schneller Wurzeln zu bilden. Tauchen Sie den schräg abgeschnittenen Teil vor dem Einpflanzen zuerst in Wasser und dann in das Hormon.

Die Oberseite versiegeln: Die offene Wunde an der flachen Oberseite ist die Hauptursache für Feuchtigkeitsverlust beim Steckling. Sie muss unbedingt versiegelt werden. Schmelzen Sie einfach etwas Kerzenwachs und tropfen Sie es auf die flache Oberseite oder verwenden Sie einen kleinen Klecks Holzleim oder eine handelsübliche Wundversiegelung für Bäume. Dadurch bleibt die Feuchtigkeit im Steckling eingeschlossen.

4. Die kritischen Schritte beim Vergießen (Anfängerfehler, die es zu vermeiden gilt)

Hier machen die meisten Anfänger Fehler. Die strikte Einhaltung dieser Einrichtungsregeln ist überlebenswichtig.

  • Regel 1: Ein Steckling, ein Topf (PFLICHTIG). Jeder Steckling braucht unbedingt einen eigenen Topf. Pflanzen Sie nicht mehrere Stecklinge zusammen in einen großen Topf. Selbst wenn alle erfolgreich Wurzeln schlagen, verfilzen die neuen Wurzeln schnell und bilden ein dichtes, untrennbares Knäuel. Wenn Sie die Stecklinge später zum Umpflanzen trennen wollen, reißen Sie die zarten Wurzeln ab und zerstören so Ihren Erfolg. Verwenden Sie kleine Töpfe oder sogar durchsichtige Plastikbecher (mit Abflusslöchern im Boden).
  • Regel 2: Verwenden Sie sterile Erde. Verwenden Sie niemals normale Gartenerde oder dichte Blumenerde. Diese sind zu schwer und enthalten Krankheitserreger, die sofort Fäulnis verursachen. Feigenstecklinge benötigen optimale Drainage und Luftzirkulation. Das beste Bewurzelungssubstrat ist steril.
    • Reiner Sand (grober Sand oder „Bausand“, kein feiner Strandsand).
    • Reines Perlit (die weißen, hellen „Popcorn“-Steine).
    • Eine 50/50-Mischung aus Perlit und Torfmoos.
  • Regel 3: Pflanztiefe. Graben Sie ein Loch (ein Bleistift eignet sich dafür hervorragend) und schieben Sie den Steckling vorsichtig hinein. Pflanzen Sie ihn tief ein, sodass mindestens zwei Knoten unter dem feuchten Sand/Perlit bedeckt sind und ein oder zwei Knoten über der Oberfläche sichtbar bleiben.

5. Ein „Mini-Gewächshaus“ errichten

Da der Steckling keine Wurzeln hat, kann er kein Wasser aufnehmen. Er muss von dem Wasser leben, das sich bereits in seinem Holz befindet. Die Luftfeuchtigkeit ist entscheidend, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen.

  • Die Vorbereitung: Nachdem Sie Ihren Pflanzbehälter bewässert haben (er sollte feucht, aber nicht sumpfig sein), müssen Sie eine Feuchtigkeitskuppel herstellen. Eine große, durchsichtige Plastikflasche, deren Boden abgeschnitten ist, eignet sich perfekt dafür. Drücken Sie diese Flaschenkuppel in den Sand über Ihrem Steckling.
  • So prüfen Sie es: Bei optimaler Einstellung bildet sich bald Kondenswasser an der Innenseite der durchsichtigen Kunststoffkuppel. Das bedeutet, dass die Luftfeuchtigkeit stimmt.

6. Wartung und Überwachung

  • Licht: Stellen Sie Ihren Aufbau an einen hellen Ort, aber unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt auf. Direkte Sonneneinstrahlung erzeugt unter der Plastikkuppel einen „Backeffekt“ und lässt Ihr Schneidebrett innerhalb weniger Stunden verbrennen. Helles Umgebungslicht (z. B. durch ein Ost- oder Nordfenster) ist ideal.
  • Temperatur: Für warme, gleichmäßige Bedingungen sorgen (zwischen 65°F und 75°F).
  • Belüftung: Falls sich die Luft im Inneren stickig anfühlt oder Sie auch nur die geringsten Anzeichen von Schimmel bemerken, heben Sie die Kunststoffkuppel alle paar Tage für 10-15 Minuten an, um für Luftzirkulation zu sorgen, und setzen Sie sie anschließend wieder auf.
  • Geduld ist gefragt: Die Wurzelbildung beginnt in der Regel nach 3 bis 6 Wochen. Sie erkennen den Erfolg daran, dass aus den freiliegenden Knoten Blätter sprießen. Ein sanftes Ziehen am Stäbchen bestätigt dies: Spüren Sie einen Widerstand, haben die Wurzeln den Sand erfolgreich erfasst.

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